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14. Juli 2011 Social Commerce muss endlich sozial werden!


Produkte innerhalb von Facebook verkaufen – das ist genauso wenig Social Commerce, wie ein PDF-Bestellformular zum Ausdrucken E-Commerce ist. Für Social Commerce (S-Commerce) bedarf es mehr als das: die richtigen Produkte, die richtige Integration des Kaufprozesses und nicht zuletzt ein konsequenter Einsatz der Mechanismen sozialer Netzwerke.

Soziale Produkte

Viele Produkte sind von sich aus soziale Produkte. Das heißt, Sie haben Eigenschaften, die mit sozialen Aktivitäten von Menschen zusammen hängen. Da ist das Gruppenticket der Bahn (man reist gemeinsam) genauso wie der abendliche Besuch in einer Bar (man geht mit Freunden hin). Da ist das klassische Brettspiel (für das man meist ein bis 6 Mitspieler braucht) und das Tandem-Fahrrad (das man eher selten alleine nutzt).

Das alles sind Beispiele für Produkte, die inhärente soziale Aspekte haben. Betrachten Sie einmal ihre eigenen Produkte und überlegen Sie, wie diese von Ihren Kunden genutzt werden: ist nur der Käufer allein im Spiel und wird das Produkt irgendwie im Zusammenhang mit weiteren Menschen genutzt? Sie werden für sehr viele Produkte solche Ansätze finden, wenn Sie etwas tiefer schauen.

Diese sozialen Aspekte eines Produkts gilt es jetzt in Facebook & Co. anzusprechen. Ein Reiseticket zum speziellen Gruppenpreis kann von den Mitreisenden nur gemeinsam auf Facebook gekauft werden – und all deren Freunde bekommen das über die Pinwand natürlich mit und erfahren von der Nutzung dieses Reiseangebots. Und die Bar richtet einen Facebook-Abend ein: Freunde verabreden sich auf Facebook für diesen Abend und jede Woche wird eine dieser Gruppen für eine Runde Freidrinks ausgelost. Oder es gibt eine Einladungsfunktion: immer wenn man jemand neues das erste mal in die Bar mitbringt und über Facebook dazu eingeladen hat, gibt es einen Willkommensdrink spendiert. So entsteht virale Verbreitung in Facebook mit einem sozialen Produkt.

Sozial gemachte Produkte

Aber auch nicht-soziale Produkte können zu sozialen Produkten umgewidmet werden: Das Geschirrset für zwei enthällt zwar auch nur Teller, Gabel, Messer – aber ist es durch die Zusammenstellung mit einem sozialen Aspekt versehen worden – immerhin ist ein Set immer für mehrere Leute.

Bei anderen Produkten, die man üblicherweise mit mehreren nutzt gibt es evtl. einen Sonderpreis, wenn dieses Produkt zu zweit in Facebook gekauft wird.

Sozialer Einkaufsvorgang

Und nicht zuletzt kann auch der Einkaufsvorgang sozial gestaltet sein. Das ist beim “normalen” Einkaufen schon lange nichts ungewöhnliches: Freundinnen bummeln von Geschäft zu Geschäft und suchen gemeinsam das nächste T-Shirt aus. Und an Geburtstagen legen schon lange Freunde zusammen und kaufen ein gemeinsames Geschenk. Alle diese sozialen Aspekte eines Einkaufs sind ideal für den Social Commerce.

Wo sind die entsprechenden Facebook-Anwendungen? Wo kann man gemeinsam einkaufen? Wo ist der echte Social Commerce? Leider gibt es bisher nur sehr wenige wirklich schlüssige und konsequent durchdachte Beispiele.

Immerhin das gemeinsame Bummeln geht inzwischen im Internet: ist die gute Freundin von Hamburg nach München gezogen, loggen sich beide mit Ihrem Facebook-Account bei Refashion ein und ziehen gemeinsam (im Webshop) los.

Stationärer Handel und Social Commerce

Interessant auch der Tweed-Mirror bei Kaufhof in Düsseldorf: direkt aus der Umkleidekabine können Sie ein Foto mit dem neuen Kleidungsstück ins Internet schicken und sich sofort die Kaufberatung Ihrer Freunde einholen. Eines der wenigen Beispiele für gekonnten Social Commerce in stationären Ladengeschäften.

Social Commerce – jetzt die Zukunft beginnen

Social Commerce ist mehr als das, was bisher so genannt und unter diesem Schlagwort verkauft wird. Vieles bisher realisierte und von Agenturen verkaufte ist nicht sozial, sondern nur “in sozialen Netzwerken” – mehr nicht.

Es kann aber nicht nur darum gehen, Produkte ergänzend zum eigenen Webshop und zu Marktplätzen (amazon.de, meinpaket.de) jetzt auch in sozialen Netzwerken anzubieten. Das wäre ein falsches Verständnis der sozialen Netzwerke und deren Chancen. Enttäuschungen wären in einem so verstandenen Social Commerce vorprogrammiert.

Mit intelligenten Ideen aber, die auf den sozialen Aspekten des Produkts und des Einkaufsvorgangs basieren und diese mit den verfügbaren Mechanismen sozialer Netzwerke verknüpfen, wird Social Commerce seine Schlagkraft erst entfalten.

Ich freue mich auf viele zukünftige Beispiele, die zeigen, dass Marketingabteilungen und Agenturen Stück für Stück diese Chance erschließen. Lassen Sie uns in wenigen Jahren wieder hin auf diesem Weblog-Beitrag treffen und dann feststellen, dass “Social Commerce” endlich wirklich sozial geworden ist statt nur ein Schlagwort zu sein.

Kommentare der Leser: (1)

Ein Kommentar zu “Social Commerce muss endlich sozial werden!”

  1. Janina schrieb:

    Spannendes Thema, arbeiten gerade auch an einer Social Commerce Lösung via Mobile App.

    http://blog.youdress.com/behind-the-scenes-details-aus-janinas-nahkastchen

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